1. Überlieferung historischer Bankdokumente
Die Überlieferungssituation historischer Bankdokumente aus der NS-Zeit ist sehr unterschiedlich. Die Bundesstudie 2021 (BMBF/Schalast) stellte fest, dass viele deutsche Kreditinstitute keine systematische Inventarisierung historischer Konten vorgenommen haben und empfahl die gesetzliche Verankerung aktiver Nachforschungspflichten.
2. Recherchestrategien
Das Bundesarchiv Berlin hält umfangreiche Bestände zu NS-Vermögensentziehungen. Das Schweizerische Bundesarchiv in Bern ist für Fälle mit Schweizer Staatsbürgern besonders relevant — dort wurden im Fall Arthur Levy im November 2019 entscheidende Primärdokumente entdeckt. Die Arolsen Archives (Bad Arolsen) stehen Angehörigen und Forschern offen.
3. Rechtliche Durchsetzungsmöglichkeiten
Im Fall Arthur Levy wurde nach einer nach Klägerangaben unzutreffend verneinenden Auskunft der Sparkasse Klage beim Landgericht Hagen eingereicht. Parallel stehen Aufsichtsbeschwerden bei der BaFin und — nach Erschöpfung des nationalen Weges — Beschwerden bei der EBA offen.