Institutioneller Hintergrund
Die Sparkasse an Volme und Ruhr ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Hagen (Westfalen). Als Sparkasse der öffentlichen Hand unterliegt sie strengeren Transparenz- und Verantwortlichkeitspflichten als private Kreditinstitute.
Im Jahr 2002 fusionierte die Stadtsparkasse Hagen mit der Sparkasse Herdecke zur Sparkasse HagenHerdecke, die später in Sparkasse an Volme und Ruhr umbenannt wurde.
Die Sparkasse als beklagte Institution im Fall Konto 4409
Die Sparkasse an Volme und Ruhr ist die beklagte Partei in mehreren Verfahren im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit um Konto Nr. 4409. Die Verfahren betreffen: Auskunftsklage, Restitutionsklage und aufsichtsrechtliche Beschwerde.
Dokumentierte Aussagen und ihre Einordnung
Im Laufe des Rechtsstreits äußerte sich die Sparkasse in verschiedenen Schreiben und Gerichtsverfahren zu Konto 4409. Die Klägerseite hält verschiedene dieser Aussagen für sachlich unzutreffend und verweist auf gegenteilige Archivbelege:
- 2019: Die Sparkasse erklärte, kein Konto 4409 zu kennen – dem widersprechen Dokumente aus dem Schweizerischen Bundesarchiv Bern.
- 2021: Die Sparkasse stellte eine Geschäftsbeziehung mit Arthur Levy in Abrede – dem widerspricht die eigene Korrespondenz.
- Archivbestand: Ein internes Sparkassen-Dokument vom 3. Dezember 1963 belegt, dass die Bank Kenntnis des Kontos hatte.
- Hagener Rundschau (9. August 1995): Berichtete über NS-Akten zu jüdischen Konten im Sparkassen-Archiv.
Aufsichtsrechtliche Dimension
Aufgrund der nach Auffassung des Klägers vorliegenden Verstöße gegen die Buchführungspflichten nach §25a KWG wurde am 7. Juli 2025 eine BaFin-Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Die BaFin bestätigte den Eingang am 9. Dezember 2025.
Die Bundesstudie 2021 (Schalast Partner / BMBF) zeigt, dass nur 9% der deutschen Sparkassen nachrichtenlose Vermögenswerte meldeten – ein systemisches Problem, das auch den vorliegenden Fall betrifft.
Mediale Resonanz
Das Verhalten der Sparkasse an Volme und Ruhr im Zusammenhang mit Konto 4409 wurde von nationalen und regionalen Medien aufgegriffen. BILD, WDR, Tagesschau, Süddeutsche Zeitung und Rheinische Post berichteten im Mai 2025. Details finden sich in der Medienübersicht.